Zweites Lied: Der Knecht Gottes bringt Heil für alle
1 Hört auf mich, ihr Inseln, und horcht auf, ihr Völkerschaften, <die ihr> von fern her <seid>
1! Der HERR hat mich berufen vom Mutterleib an, hat von meiner Mutter Schoß an meinen Namen genannt
2.
2 Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht
3, hält mich versteckt im Schatten seiner Hand
4. Und er hat mich zu einem geschärften Pfeil gemacht, hat mich verborgen in seinem Köcher.
3 Und er sprach zu mir: Mein Knecht bist du, Israel
5, an dem
6 ich mich verherrlichen werde
7. —
4 Ich aber sagte: Umsonst habe ich mich abgemüht, vergeblich und für nichts meine Kraft verbraucht
8. Doch mein Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott
9. —
5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat
10, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihm
11 gesammelt werde — und ich bin geehrt in den Augen des HERRN
12, und mein Gott ist meine Stärke geworden
13 —,
6 ja, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich <auch> zum Licht der Nationen, <dass> mein Heil reiche bis an die Enden der Erde
14.
Gott stellt Zion wieder her
7 So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger
15, zu dem ganz und gar
16 Verachteten
17, zu dem Verabscheuten der Nation
1819, zu dem Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, <auch> Oberste, und sie werden sich niederwerfen
20 um des HERRN willen, der treu ist, <um> des Heiligen Israels <willen>, der dich erwählt hat.
8 So spricht der HERR: Zur Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erhört
21, und am Tag des Heils habe ich dir geholfen
22. Und ich werde dich behüten und dich zum Bund des Volkes machen
23, das Land aufzurichten, die verödeten Erbteile auszuteilen
24,
9 den Gefangenen zu sagen: Geht hinaus
25!, <und> zu denen, die in Finsternis sind: Kommt ans Licht
26! Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen kahlen Höhen wird ihre Weide sein
27.
10 Sie werden nicht hungern und nicht dürsten
28, und weder Wüstenglut
29 noch Sonne wird sie treffen. Denn ihr Erbarmer wird sie leiten und wird sie zu Wasserquellen führen
30.
11 Alle meine Berge will ich zum Weg machen, und meine Straßen werden hoch dahinführen
31.
12 Siehe, diese kommen von fern her
32, und siehe, die von Norden und von Westen
33 und jene aus dem Land Sewenim
34.
13 Juble, du Himmel, und jauchze, du Erde! Und ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn der HERR hat sein Volk getröstet
35, und über seine Elenden erbarmt er sich
36.
14 Zion sagt: Verlassen hat mich der HERR, der Herr hat mich vergessen
37.
15 Vergisst <etwa> eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes
38? Sollten selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen
39.
16 Siehe, in <meine> beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor mir.
17 Deine Erbauer
40 eilen herbei
41, deine Zerstörer und deine Verwüster ziehen aus dir fort.
18 Erhebe ringsum deine Augen und sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir
42! So wahr ich lebe, spricht der HERR
43, ja, du wirst sie alle wie ein Schmuck<stück> anlegen und dich mit ihnen gürten wie eine Braut.
19 Denn deine Trümmerstätten, deine verödeten Orte und dein zerstörtes Land — ja, nun wird es dir
44 zu eng werden vor <Menge an> Bewohnern
45; und die dich verschlangen, werden fernbleiben.
20 Die Kinder deiner Kinderlosigkeit
46 werden noch vor deinen Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng. Mach mir Platz, dass ich wohnen kann
47!
21 Da wirst du in deinem Herzen sagen: Wer hat mir diese geboren? Ich war doch der Kinder beraubt und unfruchtbar, in der Verbannung und abtrünnig
48! Und diese, wer hat sie großgezogen? Siehe, ich war ja allein übrig geblieben
49; diese <also>, wo waren sie?
22 So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich werde meine Hand zu den Nationen hin erheben und zu den Völkern hin mein Feldzeichen aufrichten. Und sie werden deine Söhne auf den Armen
50 bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden
51.
23 Und Könige werden deine Betreuer sein und ihre Fürstinnen deine Ammen
52. Sie werden sich vor dir niederwerfen mit dem Gesicht zur Erde und den Staub deiner Füße lecken
53. Da wirst du erkennen, dass ich der HERR bin
54; die auf mich hoffen, werden nicht beschämt werden
55.
24 Kann man einem Helden die Beute nehmen, oder kann der Gefangene eines Gewaltigen
56 entkommen?
25 Ja, so spricht der HERR: Auch der Gefangene des Helden wird <ihm> genommen, und die Beute des Gewaltigen wird entkommen
57. Wer dich angreift, den werde ich angreifen
5859; und deine Söhne werde ich retten
60.
26 Ich werde deine Unterdrücker speisen mit ihrem eigenen Fleisch, und von ihrem Blut sollen sie trunken werden wie von Most
61. Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der HERR, dein Retter
62 bin
63, und der Mächtige Jakobs, dein Erlöser
64.